Nachrichten

MOGO 2012 – macht Mut zum Machen
Eingestellt am: 18.01.2012

mehr...

alle anzeigen

Gottesdienste

08.04.12 13:00 Uhr: Motorradgottesdienst Husum

mehr...

alle anzeigen

Veranstaltungen

01.08.12: EMC Biker Days 2012

mehr...

Spendenprojekte

Kollektenband

mehr...

Predigt


In diesem Jahr erwartet Euch ein ganz besonderes Predigtprojekt.

 

Predigt zum Hamburger Motorradgottesdienst, 8. Juli 2007

 

 

Gnade sei mit Euch und Friede von Gott, unserm Vater und dem Herrn, Jesus Christus. Amen.

Ich habe Euch heute eine meiner Lieblingsgeschichten mitgebracht. Es ist ein russisches Märchen und ich habe es bei Willi Hoffsümmer in seinen genialen Geschichtensammlungen gefunden.

Aber hört selbst.

Ein Dieb kommt zum Himmelreich und pocht an die Tür. „Macht auf!"

Der Apostel Petrus, der ja bekanntlich die Schlüssel zum Himmelreich besitzt, hört das Pochen und geht zur Tür.

„Wer ist denn da?"

„Ich!"

„Wer bist du?"

„Ein Dieb. Lass mich ins Himmelreich!"

„Nein, hier ist kein Platz für Diebe!"

„Aha, und wer bist du, dass du mich nicht einlassen willst?"

„Ich bin der Apostel Petrus."

„Ha, Dich kenn' ich! Du bist der, der Christus verleugnet hat, noch bevor der Hahn dreimal krähte. Ich weiß alles, Bruder!"

Da macht Petrus kehrt und sucht Paulus.

„Geh, Paulus, sprich du mit ihm!"

Paulus geht zur Tür.

„Wer ist da?"

„Ich, der Dieb. Lass mich ins Himmelreich!"

„Hier ist kein Platz für Diebe!"

„Und wer bist du jetzt, dass du mich nicht einlassen willst?"

„Ich bin der Apostel Paulus."

„Ach so, der Paulus! Ich weiß, du bist der, der die ersten Christen aus Jerusalem vertrieb. Und jetzt bist du im Paradies?"

Da kehrt Paulus um und erzählt Petrus, was der Dieb gesagt hat.

„Nun", sagt Petrus, „dann werden wir den Evangelisten Lukas schicken. Der hat Christus keinmal verleugnet, und er hat auch keine Christen vertrieben; soll er doch mit dem Dieb reden."

Lukas geht zur Tür.

„Wer ist da?"

„Ich, der Dieb."

„Was willst Du?"

„Lass mich ins Himmelreich!"

„Da kannst du lange bitten, Dieb. Für Sünder wie dich ist hier kein Platz!"

„Und wer bist du, dass du mich nicht einlassen willst?"

„Ich bin der Evangelist Lukas.„

„Aha, du bist also ein Evangelist. Und weshalb betrügst Du die Menschen? Du hast im Evangelium geschrieben: „Bittet, so wird euch gegeben, klopft an, so wird euch aufgetan. Jetzt stehe ich schon seit zwei Stunden hier und klopfe an, aber niemand tut mir auf. Wenn du mich nicht auf der Stelle ins Himmelreich hinein lässt, dann kehre ich auf die Erde zurück und sage den Menschen, dass Du im Evangelium die Unwahrheit geschrieben hast!"

Da erschrickt Lukas und lässt den Dieb ins Himmelreich.

Ja, das stimmt, irgendwie ist diese Geschichte zum Schmunzeln. Und vielleicht rührt sie ja auch ein bisschen an den Dieb, an den Himmels-Tür-Klopfer in uns allen, der ja weiß, wie sein Leben gelaufen ist, der tief drinnen unsicher ist und eine ganz tiefe und große Frage hat. Und die Frage heißt: Gilt der Himmel auch mir? Werde ich dort auch einmal sein dürfen? Auf welche Seite der eben gehörten Geschichte gehöre ich eigentlich? Werde ich drinnen sein oder außen vor? Die

Angst heißt dann: Die drinnen sind so verdammt sicher, die angeblich Frommen. Und mich lassen sie draußen verschimmeln, während ich klopfe und klopfe...

Inga, Refrain, Knock, knock, knockin, 1 Refrain

Hört Ihr das, diese Sehnsucht, diesen Hunger nach Öffnung? Himmel, öffne dich!

Angeblich ist der Himmel offen, aber auch für mich?

Was für eine Not:

Das Gefühl, draußen zu sein. Das Bild von einem wunderbaren Ort, der für mich hinter verschlossenen Türen liegt. Das ist schon im Leben schwer genug auszuhalten. Wie erst, wenn es sich um den Himmel handelt?

Der Himmel ist zu.

Offen ist er nur für die mit der besonderen Zugangsberechtigung; Kettenschloss der Moral; Keycode der in den Glauben Eingeweihten, Nummernkombination, deren Reihenfolge nur die ganz Frommen begreifen.

Und draußen die Menschen, die einfach nur zu Gott wollen, einfach nur sicher sein, sich geliebt fühlen ohne Vorbedingung, Sicherheit für die Seele in unsicherer Zeit und verwirrter Welt.

Sehnsucht, geborgen zu sein, wie in den Armen eines Vaters oder einer Mutter

Inga (Mama, take this batch from me...)

Mama, tu die schwere Last weg von mir, Mutter und Vater, Gott, der Du beides für mich sein kannst, ich lebe an den Grenzen des Lebens und komm nicht durch die Tür der Erlösung.

Wem es so geht, der klopft wie an schalldichter Tür, der kaut auf hartem Brot. Wem das passiert, der bleibt unter Umständen mit hungriger Seele sitzen. Hunger nach Öffnung, nach Gerechtigkeit und als Antwort nur verschlossene Traurigkeit, Hilflosigkeit, Verzweiflung und schließlich auch Wut.

Wem das passiert, der schaltet vielleicht auch auf stur, von knockin on heavens door auf heaven can wait.

Der Himmel kann warten - so ein Ort der Enttäuschung.

Da sind dann meterdicke Türen zwischen Leben und Himmel, zwischen Mensch und Gott, zwischen Alltag und Glaube.

Und wenn es ganz schlimm kommt, wird nicht einmal mehr angeklopft, nicht an die Himmelstür, aber auch nicht an die Nachbarstür, an die Herzenstür, an die Friedenstür, an die Hoffnungstür, an die Kirchentür sowieso nicht mehr.

Und dann wird es kalt im Leben, und gleißendes Zeitgeist-Licht ersetzt jeden Hoffnungsschimmer.

Dann leben wir getrennt von Gott und seinem Himmel.

Dann ist draußen ein Ort, an dem Menschen meinen, bleiben zu müssen. Dann wirkt die Bibel wie ein Buch für fromme Spinner, dann wirkt der Glaube wie eine fromme Lüge.

„Warum betrügst Du die Menschen, Bruder?", so hieß es in der Geschichte.

Inga (Papa, put he guns into the ground)

... die schwarze Wolke des Zweifels, das Gefühl, belogen zu werden... Aber der Glaube ist keine fromme Lüge.

Sondern der Glaube lohnt sich, und die Hoffnung hat Recht.

Und an die Himmelstür zu klopfen, öffnet diese wunderbare Tür. Das ist wahr, und Ihr dürft darauf vertrauen. Und wenn Ihr dieses Vertrauen wagt - und es ist ein Wagnis, wird sich Euer Leben schon jetzt verändern: Die offene Himmelstür, an die wir glauben, öffnet schon jetzt unendlich viele Türen, Situationen und Herzen auf dieser Welt.

Schaut auf das Titelbild der MOGO-News!

Visiere gehen auf, auch die ganz dunklen und verspiegelten und dahinter tauchen Augen auf, Gesichter mit Ausstrahlung, Menschen mit Geschichten und Sehnsüchten und Herzen, die es lebendig haben wollen, himmlisch lebendig.

Inga summt mehr als sie singt: Knock, knock, knock....

Türen gehen auf, auch die ganz fest verschlossenen. Und dahinter wohnen Menschen, öffnen sich Konflikte, finden wir neue Wege durch Streit hindurch zueinander oder zu einem guten Abschied, aber auf jeden Fall ohne die Not der verrammelten Tür.

Inga summt mehr als sie singt: Knock, knock, knock....

Augen und Ohren gehen auf, besonders die, die schon soviel gesehen und gehört haben, was ihnen eigentlich gesagt hattte, es habe ja doch keinen Zweck, allein könnten man und frau nichts ausrichten, man müsse sich eben selbst bedienen, weil man ja nichts geschenkt bekommt usw.

Inga singt: Knock, knock, knock....

Und dann, wenn all dies passiert - und es darf klein anfangen und sich in ganz kleinen Schritten verwirklichen - wird ein Glanz vom großen Himmel durch die offene Himmelstür in unser Leben scheinen. Und dann wird das Leben immer noch dasselbe sein, aber es wird in einem neuen Licht erscheinen. Ein Licht wie am damals Ostermorgen, als klar wurde, dass Gott sogar den Tod besiegen kann.

Und wir werden in diesem Licht für unser Leben mehr sehen, mehr begreifen, mehr Verantwortung tragen können, weil wir mehr Liebe spüren und eine große Hoffnung in uns tragen. Wir werden uns zu Menschen entwickeln können, die anders im Leben stehen, mit offenen Herzen, mit mehr Gelassenheit, mit einem Gott an der Seite, der „aufmachen" hilft..

Wir dürfen uns  ...aufmachen!

Wir dürfen rufen ...aufmachen!

Wir werden erleben, dass sich andere uns gegenüber ... aufmachen!

Inga gleichzeitig und im Wechsel mit mir

knock, knock..

Es ist die Wahrheit, was in der Bibel steht, der Dieb hatte Recht.

knock, knock..

tatsächlich im Lukasevangelium, wo Jesus sagt „Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden;

knock, knock..

klopfet an, so wird euch aufgetan.

Wer anklopft, dem wird der Himmel aufgetan.

Knock, knock...

Und dort ist es gut, denn dort ist Gott. Und von dort ist es gut, denn von dort kommt Gott in unser Leben.

Und wer das weiß und glaubt, der hat zwei Dinge gewonnen: Ein Ziel fürs Leben und jetzt schon Kraft für jeden einzelnen Schritt dorthin.

...Heaven´s door

Amen.

Inga Rumpf, Gesang und Matthias Pogoda, Piano,

spielen noch einmal das Lied in voller Länge.