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MOGO Husum 2012 – von der Sonne überrascht
Eingestellt am: 10.04.2012

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20.05.12 11:00 Uhr: Motorradgottesdienst Rheingau

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09.06.12 12:00 Uhr: Motorradgottesdienst Solms-Albshausen

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Predigt

Folgende Geschichte aus dem Alten Testament, 1. Buch Samuel, Kapitel 16 gehört heute zur Predigt:

 

Gott sagte zu Samuel, dem Propheten: Fülle jetzt ein Horn mit Salböl und geh nach Betlehem zu Isai. Unter seinen Söhnen habe ich mir einen als König ausgewählt.« Ich sage dir dann, welchen von seinen Söhnen du zum König salben sollst.« Samuel gehorchte Gott und machte sich auf den Weg. Als er zu Isai und seinen Söhnen kam, fiel Samuels Blick auf Eliab, und er dachte: »Das ist gewiss der, den Gott ausgewählt hat!« Doch Gott sagte zu Samuel: »Lass dich nicht davon beeindrucken, dass er groß und stattlich ist. Er ist nicht der Erwählte. Ich urteile anders als die Menschen. Ein Mensch sieht, was in die Augen fällt; ich aber sehe ins Herz.« So ließ Isai alle sieben Söhne an Samuel vorbeigehen, aber Samuel sagte: »Keinen von ihnen hat Gott ausgewählt.« Dann fragte er Isai: »Sind das alle deine Söhne?« Isai antwortete: »Der Jüngste fehlt noch, David, der hütet die Schafe.«»Lass ihn holen«, sagte Samuel. Isai schickte einen Boten, und David kam. Der Junge war schön und kräftig und hatte klare Augen. »Er ist es, salbe ihn!« sagte Gott zu Samuel. Da goss Samuel Öl aus seinem Horn über ihn und salbte ihn zum König vor den Augen seiner Brüder.

Predigt 

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater und dem Herrn, Jesus Christus. Amen.

Die Geschichte von der Suche nach dem König habt Ihr eben gehört. Typisch Gott, oder? Schickt einen hochrangigen Propheten, Samuel. Immerhin gibt es zwei biblische Bücher mit seinem Namen. Und dieser Samuel hat oft Gottes Wort zu den Menschen gebracht, sogar, wenn das zuweilen unbequem und gefährlich war. Gott schickt also den 1a Propheten und will einen König küren. Und von den Söhnen des Isai nimmt dieser Prophet Gottes aber nun nicht den Ältesten, nicht den Schönsten, nicht den Stärksten und auch nicht den Klügsten. Hört Ihr das? Ist für Motorradfahrer gar nicht so leicht anzuhören, nicht der Stärkste und Schönste, oder? – aber nicht nur Biker haben damit ein Problem.

Samuel jedenfalls nimmt überhaupt keinen von den Großen. Er nimmt den Kleinen, der noch mit Stöckern und Murmeln spielt, den Schafshirten, den David. Und nicht, weil der geheime Kräfte hätte oder als Kind mal in den Zaubertrank gefallen wäre wie Asterix. Nein, einfach nur, weil Gott ihm ins Herz geschaut hat. Und da hat er genau das gefunden, was er für einen König braucht. David hat übrigens als König auch manches schief gemacht und Gottes Ärger auf sich gezogen. Aber ein Fehler Gottes war es trotzdem nicht, ihn zu nehmen. Weil David im Herz stimmte.

So guckt Gott auf Menschen. Er schaut ihr Herz an. Und wir? Wir Menschen, was tun wir? Wir schauen halt oft, was vor Augen ist: Schönheit, Coolness, Chromglanz, PS unter Haube oder zwischen den Beinen. Was hermachen müssen Menschen, die weiterkommen wollen – das gilt weit über den Kreis der Biker hinaus. Schein ist wichtiger als Sein. Vorzeigbares ist entscheidender als verborgene Werte. Abgerechnet wird zwar am Ende, aber bis dahin bleibt viel Zeit zum Spiegeln und Täuschen. Und ich finde, hier gehört jetzt mal ein Stück Ent-Täuschung her, das Entfernen von Täuschung, der Abbau von Täuschung. Nicht aus moralischen Gründen. Sondern weil Ent-Täuschung sehr heilsam sein kann. Es kann weiterhelfen, wenn die Täuschung aufhört.

Und so bitte ich Euch, die Augen jetzt mal auf den Aufkleber im Gottesdienstprogramm zu lenken, den Ihr sicher längst entdeckt habt. Guckst du blöd, fährst du blöd Ein Ent-Täuschender Aufkleber. Manche finden ihn aufs erste sogar ein bisschen anstößig. Mir selbst jedenfalls ging es zuerst auch so. Holger Janke, Pastor und Leiter von Bikers Helpline hat diesen Aufkleber auf den Markt gebracht. Der Satz stammt aus der Vekehrspädagogik und aus Sicherheitstrainings für Biker und bezieht sich auf die Blickführung in Krisensituationen und Kurvenfahrten. Biker, aber nicht nur sie, alle Menschen, fahren tendenziell dorthin, wo sie hinschauen. Schauen sie in Notsituationen auf den Baum, vor dem sie sich fürchten, oder auf die Leitplanke, die entgegenkommt, oder auf den Lkw, der quersteht, werden sie wie magisch angezogen und knallen in das Hindernis. Guckst du blöd, fährst du blöd. Das falsche Gucken hat nicht wenige schon das Leben gekostet. Deswegen schenkt Bikers Helpline zum 10 jährigen Jubiläum dieser Hilfe für Mensch und Maschine in Not den Menschen diesen klugen Satz, auch wenn er ein bisschen querstehend oder salopp formuliert ist. Und ich sage Euch, z.B. auf dem Kirchentag in Bremen vor ein paar Wochen hat man ihn uns aus den Händen gerissen, zu Recht.

Guckst du blöd, fährst du blöd Das ist nicht moralisch, das ist nicht pastörlich, das ist nicht von oben herab. Das ist mitten im Leben für das Leben. Das ist Bibel mit verkehrspädagogischer Ausrichtung für Biker. Das ist Fahrsicherheit und Prophetenwort in einem. Da wird Täuschung beendet – auf heilsame Weise. Noch einfacher gesagt: Gott will uns retten. Das ist Gottes guter Blick auf unser Leben. Das ist Zeitansage, höchst aktuell und befolgenswert. Gott bleibt nicht im Himmel stehen oder stecken. Gott kommt in die Welt, in unser Leben und will konkret helfen. Gottesdienst zerfällt auf einmal in seine zwei Worte und wird dabei zu einem Satz: Gottesdienst ist Gottes / Dienst an uns. Guckst du blöd, fährst du blöd! Gedruckt von Menschen, aber eigentlich ein Satz Gottes. Und schon lange vor unserer Zeit etliche Male von ihm in der Bibel gesagt:

Kramt mal in Eurem Gedächtnis nach biblischen Geschichten: Da gibt es z.B. die von den Arbeitern im Weinberg: Alle haben an einem Tag aber jeder verschieden lang im Weinberg Gottes gearbeitet. Manche von morgens an, manche nur die letzte Stunde vor Feierabend. Am Abend zahlt Gott allen genau denselben Lohn. Und als die fleißigen Langarbeiter darüber meckern, fährt er sie an, warum sie so blöd gucken, warum sie so schielen nach dem Lohn, statt freudig gemeinsam am Ende des Tages jeder genug zu haben. Was guckst Du so scheel. Was schielst Du, was guckst Du blöd? So jedenfalls fährst Du falsch. Gott will Dich anders lenken.

Oder Kain, nachdem er seinen Bruder Abel erschlagen hat - Jenseits von Eden heißt der berühmte Spielfilm dazu. Kain kann nach dieser Tat den Blick nicht mehr von der Erde lösen, weil er den Himmel total verloren glaubt. Gott sagt, schau nicht wie blöd immer nur nach unten, gib dich nicht auf – und schenkt ihm das Kainsmal, damit die Menschen ihn nicht antasten. Lieber Kain, dieser unfassbare Gott holt dich dennoch zu sich in den Himmel, ohne Wischi-Waschi-Verzeihen, aus allertiefster Liebe.

Oder Lots Frau, tief im Alten Testament wird von ihr erzählt. Als Sodom und Gomorra untergehen, wird sie gewarnt, sich nicht umzudrehen, nicht auf den Untergang zu gucken, nicht blöde und schaulustig zu sein. Aber sie kann ihren Blick nicht vom Verderben lösen. Die Gewalt, das Brennen, der Tod fesseln sie total. Also erstarrt sie, wird gelähmt, geht verloren, wie ein Biker an Baum und Leitplanke, wenn die Blickführung nicht gestimmt hat. Lots Frau sieht wie blöd in die Katastrophe, schaut zurück, statt in die Zukunft, geht kaputt dabei.

Gott sagt: Lass das. Schau in die richtige Richtung. Biblische Geschichten zum Motto des Gottesdienstes. Sie zeigen uns: Gott wusste schon immer, dass es auf die Blickführung ankommt. Deswegen schaut er nicht auf das Außen, sondern auf das Innen. Gott guckt niemals blöd. Er guckt liebevoll. Es ist ein rettender Blick auf uns. Damit wird auch klar: Wir sollen aufhören, Gott und Welt, Beten und Biken voneinander zu trennen. Heute mal schön MOGO feiern und morgen wieder den Alltag und das richtige Leben alleine meistern. Nein, Gott gehört ins Leben, MOGO Power wirkt sich auf den Straßen unseres Lebens aus. Gottes gute Blickführung verändert unser Leben. Gott sagt Im Samuelbuch: Ein Mensch sieht, was in die Augen fällt; ich aber sehe ins Herz.« Herzliche Einladung, das Ihr Euch von Gott dabei helfen lasst, gut auf das Leben zu schauen, auf das eigene Herz und auch auf das der anderen, und so mit seiner Hilfe gute Wege finden. Es werden Wege voller Freude sein – Gott ist kein Spaßverderber. Es werden Wege voller Anerkennung sein – Gott ist kein Asche aufs Haupt Streuer. Es werden Wege voller Leben sein – Gott hat das Leben doch selbst erfunden; er will es bis zum Himmel retten.

Guckst du blöd, fährst du blöd! Dabei darf es nicht bleiben. Das können wir ändern. Wir können aus Gottes Blick lernen; lernen, dass und wie er uns retten will. Und dann könnte es neu heißen: Guckst du richtig, liebevoll, rettend, auf das Herz, nach innen, dann kommst Du am Ende heil an. Oder wie Gott vielleicht sagen würde:

Guckst Du liebevoll, dann fährst du liebevoll. Und dann lebst Du liebevoll.

Amen.